Sieger schlägt schnelle Abschleppdienste auf Autobahnen vor

(10.05.2017) Sieger schlägt schnelle Abschleppdienste auf Autobahnen vor
In der Metropolregion FrankfurtRheinMain soll der Straßenverkehr besser fließen und sicherer werden. Einen kleinen Beitrag dazu hat jetzt der Wettbewerb „Raus aus dem Stau“ gebracht. Über 200 Straßenverkehrs-Teilnehmer haben praktische Vorschläge zur Verbesserung von Verkehrsführungen eingereicht. Die besten zehn davon werden beim Tag der Metropolregion am 11. Mai in der IHK Frankfurt am Main ausgezeichnet.
„Zu einer nachhaltigen Mobilität gehört eine effiziente Nutzung der Verkehrsinfrastruktur“, sagte Hessens Verkehrsstaatssekretär Mathias Samson. „Schon mit wenig Aufwand lassen sich manche lokale Engpässe beheben. Für solche Vorschläge sind wir sehr dankbar.“ Der Wettbewerb „Raus aus dem Stau“ war ausgeschrieben worden von der PERFORM-Initiative der Wirtschaftskammern in Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz sowie den Landesstraßenbauorganisationen in den drei Bundesländern. Mehr als 200 Einsendungen, die im Frühjahr eingingen, wurden von einer Fachjury ausgewertet. „Die Qualität der meisten Einreichungen ist sehr positiv. Wir haben viele Anstöße für Verbesserungen bekommen“, so Dr. Alexander Theiss, Leiter der Arbeitsgruppe Mobilität und Verkehr bei PERFORM.
Der Vorschlag mit den meisten Punkten kommt aus Aschaffenburg von Thomas Freudenberger, der ein Störfallmanagement auf den Autobahnen in FrankfurtRheinMain vorsieht. Im Falle von Pannen oder Unfällen mit Blechschäden sollten durch den Einsatz von strategisch platzierten Abschleppdiensten normale Verkehrsbedingungen schnell wiederhergestellt werden. Der Vorschlag bezieht sich auf den Autobahnabschnitt der A 3 zwischen Weiskirchen und Frankfurter Kreuz, kann aber als exemplarisch für ein umfassenderes Zwischenfall- oder Störfallmanagement angesehen werden.
Der zweite Platz geht an Alexandros Fragonikolakis aus Dreieich, der die Trennung des geradeausfahrenden Verkehrsstroms auf der zweistreifigen Richtungsfahrbahn der Bundesstraße B 486 Richtung Langen und des von der Südlichen Ringstraße einbiegenden Stroms vorschlägt. Nach Auffassung der Jury können dadurch Verkehrsablauf und Verkehrssicherheit auf dieser hochbelasteten Achse verbessert werden. Eine solche „Bypass-Lösung“ kann verkehrsrechtlich durch Markierung oder durch bauliche Trennung erreicht und ggf. durch bauliche Trennung unterstützt werden. Zusätzlich ist dann die Steuerung der Lichtsignalanlage ("Ampelprogramm") anzupassen.
Der drittplatzierte Vorschlag kommt von Alex Scheid aus Frankfurt, demzufolge ein wichtiger Knotenpunkt in Frankfurt am Main auf der Verbindungsachse zwischen der Nachbarstadt Eschborn und dem Stadtteil Rödelheim umgestaltet werden sollte. Durch ein zweispuriges Abbiegen in Richtung eines großen Gewerbegebiets können Kapazitätserweiterungen erzielt werden. Dadurch kann zugleich das Rückstaurisiko auf der Autobahnabfahrt von der A 5 am benachbarten Knotenpunkt verringert werden.
Insgesamt hat der Wettbewerb gezeigt, wie intensiv und konstruktiv sich die Verkehrsteilnehmer mit dem täglichen Verkehrsablauf beschäftigen. Auch mit den nicht prämierten Ideen sind nach Einschätzung der Ausrichter manche Verbesserungspotentiale aufgezeigt worden und sollen näher geprüft werden.
„Die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer wissen aus ihrem täglichen Erleben meist sehr gut, wo die Probleme liegen, wenn an immer derselben Stelle der Verkehrsfluss stockt, und sie entwickeln gute Ideen, wie die Situation verbessert werden kann“, so Gerd Riegelhuth, Abteilungsleiter bei Hessen Mobil. „Diese Ideen sind insoweit besonders für die Land- und Stadtstraßen eine wertvolle Ergänzung unserer systematischen Engstellenanalyse. In deren Ergebnis haben wir auf den Autobahnen bereits viele vergleichbare Maßnahmen umgesetzt, so etwa am Nordwestkreuz Frankfurt. Diesen Ansatz werden wir auch in Zukunft weiter verfolgen.“
Nach den Worten von Bernhard Knoop, Dienststellenleiter beim Landesbe-trieb Mobilität Rheinland-Pfalz in Worms, hat der Wettbewerb wertvolle Im-pulse, zusätzliche Hinweise und kreative Ideen für lokale Maßnahmen gegeben. Dennoch dürfe man die großen Projekte nicht aus den Augen verlieren. „Insbesondere haben die Stimmen der Pendler sehr deutlich den un-verzichtbaren Bedarf an leistungsfähigen Rheinquerungen sowie eine an-gemessene Kapazität und baulich einwandfreie Straßeninfrastruktur zur Stauvermeidung eingefordert“.
„Die Tatsache, dass der Vorschlag mit den meisten Punkten von einem Aschaffenburger eingebracht wurde, zeigt sehr anschaulich, wie wichtig eine gute Straßeninfrastruktur für Pendler aus Unterfranken und insbesondere aus der Region Bayerischer Untermain ist. Die Fahrt in die Metropolregion FRM gehört für viele Menschen zum Alltag dazu“, so Heiko Brückner, Bereichsleiter Wirtschaft, Landesentwicklung und Verkehr bei der Regierung von Unterfranken.
Beim Tag der Metropolregion am 11. Mai erhalten die Einsender der zehn besten Vorschläge wertvolle Sachpreise von den Sponsoren Grandhotel Hessischer Hof, Lufthansa, Tigerpalast Hessen-Shop, GALERIA Kaufhof und Koffer24, Leder-Stoll.
Weitere Informationen zum Ideen-Wettbewerb unter finden Sie unter www.raus-aus-dem-stau.de
Weitere Informationen zur Initiative PERFORM der Wirtschaftskammern in Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz unter www.perform-frankfurtrheinmain.de